GEISTLICHES LEBEN

Einführung

Kriterien für die Lebensform, geistlich zu leben

Geistliche Gemeinschaften

Gruppen vor Ort
Ordensgemeinschaften

Geistliche Angebote

Besinnungstage
Exerzitien
Geistliche Begleitung

Geistliche Impulse

Über 150 Betrachtungen mit Gedanken, Anregungen oder Übungen für die Praxis christlicher Spiritualität

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Einführung

Geistliches Leben: Ein Weg nach innen

Geistliches Leben hat viele Facetten und mitunter ist es gar nicht so einfach, sich im Gewirr von unzähligen Begriffsdeutungen und Angeboten zurechtzufinden. Deswegen ist es hilfreich, sich mit den wichtigsten Kriterien vertraut zu  machen. Den Anfang soll eine Grunderfahrung machen, die der Lyriker Rainer Maria Rilke in einem lesenswerten Prosastück beschreibt. Als er bei seinem Aufenthalt in Paris die Fremdheit der Metropole an sich heranlässt, nimmt er die Dinge auf einmal ganz anders wahr. Er formuliert das Neue so: „Ich lerne sehen. Ich weiß nicht, woran es liegt, es geht alles tiefer in mich ein und bleibt nicht an der Stelle stehen, wo es sonst immer zu Ende war. Ich habe ein Inneres, von dem ich nicht wusste. Alles geht jetzt dorthin. Ich weiß nicht, was dort geschieht.“ Auch wenn Rilke nicht explizit von einer geistlichen Erfahrung spricht, so schildert er hier dennoch einen wichtigen Aspekt des geistlichen Lebens: die Entdeckung der eigenen Innerlichkeit. Geistliches Leben, besser gesagt: dessen bewusste Wahrnehmung, beginnt sehr häufig mit einem wie von Rilke beschriebenen „Seherlebnis“. Es lässt den Betroffenen auf einmal wesentlich sensibler für die Schönheit, aber auch für die Verletzlichkeit des Menschen und der gesamten Schöpfung werden; es eröffnet zugleich einen unbekannten Weg nach innen; einen Weg in Tiefe der eigenen Seele. Dass es äußerst lohnend ist, diesen geheimnisvollen inneren Seelenraum zu „betreten“, bezeugen viele geistliche Autoren. Auch wenn sie unterschiedliche Metaphern und Übungsansätze für diesen unaussprechlichen Vorgang gefunden haben, so sind sie sich doch alle darin einig, dass tief in unserem Inneren der Ort der ersehnten Gotteserfahrung verborgen ist.

Vatikanische Museen, Rom

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Geistliche Gemeinschaften

Gott führt immer wieder Menschen zusammen, die seinen Ruf verspüren und die bei ihrer Suche nach einer Antwort die unterstützende Kraft von Gleichgesinnten schätzen. Nicht selten erleben solche Menschen die Wirkkraft des Heiligen Geistes, der sich besonders in der Begegnung und im Austausch mit anderen Gottsuchern erfahren lässt. So entstanden im Laufe der Geschichte des Christentums unzählige geistliche Gemeinschaften – Orte lebendigen Glaubens, an denen Menschen ihre Begeisterung für Gott teilen und sich gegenseitig stärken.

Bemerkenswert ist, dass die ersten Nachweise katholischen Lebens im Gebiet der Pfarrei „St. Marien" Zittau auf solche geistliche Gemeinschaften verweisen: in Ostritz auf die Zisterzienserinnen von St. Marienthal, in Zittau und Löbau auf die Franziskaner. Im Laufe der Zeit kamen viele kleine Gruppierungen hinzu. Heute sind noch drei geistliche Gemeinschaften aktiv: die zisterziensische Ordensgemeinschaft in St. Marienthal, die ignatianisch geprägte Gemeinschaft christlichen Lebens und die Kolpingsfamilie Ostritz. Vorgestellt werden aber auch Gemeinschaften, die sich im Umfeld der Pfarrei befinden und die trotz der Distanz beliebte Anlaufstellen für geistlich Suchende aus unserer Region sind.

GCL - Gemeinschaft christlichen Lebens Zittau

GCL - Gemeinschaft christlichen Lebens

Die Entstehung der Gemeinschaft christlichen Lebens ist ganz eng mit dem Jesuitenorden verbunden, der von Ignatius von Loyola und seinen Gefährten 1540 gegründet wurde. Schon bald entstand neben dem Männerorden auch eine Laienbewegung, die Marianische Kongregation, die sich an der ignatianischen Spiritualität und ihrem Grundsatz „Gott in allen Dingen suchen und finden“ orientierte. Im Zuge eines Erneuerungsprozesses und der damit verbundenen Rückbesinnung auf die ignatianischen Wurzeln erhielt die Gemeinschaft 1968 die heutige Bezeichnung. In Zittau ist sie mit zwei Gruppen präsent – eine besteht seit etwa 50, die andere seit etwa 35 Jahren. 

Kontakt
Konrad Riedel
Tel. 03583 512068

Kloster St. Marienthal

Zisterzienserinnenabtei St. Marienthal

Vor fast 800 Jahren wurde das Zisterzienserinnen-Kloster durch Königin Kunigunde von Böhmen gegründet und unter königlichen Schutz gestellt. Es ist das älteste Frauenklosters dieses Ordens in Deutschland. Einst stand der von Bernhard von Clairvaux maßgeblich geprägte Orden für strenge Weltabkehr, um in der Abgeschiedenheit den kontemplativen Weg einzuüben. Heute hat sich das Kloster geöffnet. Zwar leben die Nonnen immer noch in Klausur, doch sie laden auch ausdrücklich Gäste ein – zu Seminaren und Kursen, zu Festen, zu Kloster auf Zeit oder einfach zur Erholung. Auch für eine individuelle geistliche Begleitung stehen die Ordensfrauen zur Verfügung. 

Kontakt
02899 Ostritz, St. Marienthal 1
Tel. 035823 77300
Mail: info@kloster-marienthal.de
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Logo Kolping

Kolpingsfamilie Ostritz

Das Kolpingwerk ist nicht nur eines der großen Sozialwerke der Katholischen Kirche; es zählt auch zu den päpstlich anerkannten geistlichen Gemeinschaften.

Der International aufgestellt Verein ist in Ostritz mit der Kolpingsfamilie präsent, die ein ansehnliches Jahresprogramm auf die Beine stellt.

Die Veranstaltungen sind sehr vielgestaltig; verschiedene Gottesdienste und Andachten gehören ebenso dazu wie gesellige Treffen, die auch die Begegnung der Generationen ermöglichen wollen.

Kontakt
Christian Ernst
02899 Ostritz, Viebigstraße 3
Tel. 035823 87564

HohenEichen - Gästehaus

Haus HohenEichen Dresden

Haus HohenEichen ist ein geistliches Zentrum der Ordensgemeinschaft der Jesuiten im Bistum Dresden-Meißen. Das Exerzitienhaus wurde dem Jesuitenorden 1921 von Prinzessin Maria Immaculata von Sachsen gestiftet, „um das Heil vieler Seelen durch eine Niederlassung der Jesuiten zu bewirken“, so der Wille der Stifterin. Seit 1922 werden dort Exerzitien und Besinnungstage abgehalten, kurz unterbrochen durch den Zweiten Weltkrieg. Das Haus war ein wichtiger Treffpunkt für die Christen in der ehemaligen DDR. Haus HohenEichen wurde 1997/1998 umfangreich renoviert und um neue Gebäude erweitert. Es liegt am Elbhang in Hosterwitz im Südosten von Dresden, umgeben von Park und Wald.

Kontakt
01326 Dresden, Dresdner Straße 73
Tel. 0351 2616410
Mail: info@haus-hoheneichen.de
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Klarissen von der Ewigen Anbetung in Bautzen

Kloster der Klarissen von der Ewigen Anbetung Bautzen

In Bautzen gibt es eine weitere Ordensgemeinschaft: die Klarissen von der Ewigen Anbetung. Dieser franziskanische Ordenszweig wurde 1854 in Paris mit der Intention gegründet, das spirituelle Erbe der hl. Klara von Assisi fortzusetzen und dabei besonders die stille Anbetung zu pflegen. Dass eine solche Gemeinschaft auch in der Oberlausitz präsent ist, geht auf Bischof Christian Schreiber zurück, der sie 1925 nach Bautzen rief. Die Schwestern leben verborgen hinter Klostermauern, doch sie öffnen ihre Türen all jenen, die sich von der franziskanischen Spiritualität angezogen fühlen und einen stillen Ort für Gebet und Besinnung suchen.

Kontakt
02625 Bautzen, Klosterstraße 9 
Tel. 03591 211083
Mail: klarissen@gmx.de
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Kloster St. Marienstern

Zisterzienserinnen-Abtei St. Marienstern Panschwitz-Kuckau

Das Kloster Marienstern ist nur wenige Jahre jünger als die Abtei in St. Marienthal. Eine besondere Beziehung besteht zur unserem Pfarreigebiet, weil einige Orte, darunter Bernstadt a.d.Eigen, lange Zeit zum klösterlichen Besitz von St. Marienstern gehörten. In jüngster Zeit wurde die Zisterzienserinnen-Abtei durch die erste Sächsische Landesausstellung „Zeit und Ewigkeit“ und durch die neu gestaltete Schatzkammer bekannt. St. Marienstern lebt wie alle benediktinisch geprägten Ordensgemeinschaften aus ganzem Herzen Gastfreundschaft. So stehen für Gäste und Pilger moderne Unterkünfte zur Verfügung.

Kontakt
01920 Panschwitz-Kuckau, Ćišinskistr. 35
Tel. 03579 699431
Mail: kloster@marienstern.de
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Geistliche Angebote

Besinnungstage

Besinnungstage

Nicht selten beginnen geistliche Prozesse, wenn sich Menschen aus ihrem gewohnten Umfeld für eine gewisse Zeit zurückziehen und über sich, ihre Beziehung zu Gott und ihre anstehenden Entscheidungen nachdenken. Sie spüren, dass das Leben noch viel mehr bereithält, als sie bisher überschauen konnten. Gestaltete Besinnungstage bieten einen geschützten Rahmen, um sich in Gemeinschaft auf diese leise Ahnung einzulassen. Das Pilgerhäusl Hirschfelde bietet immer im November einen Besinnungstag an, der unter einem bestimmten Thema steht. Zu empfehlen sind auch die Brunnen- und Pilgertage im Haus HohenEichen bei Dresden. Und natürlich nehmen Klöster, Exerzitienhäuser und auch das Pilgerhäusl Hirschfelde gern Gäste auf, die einfach nur die Stille suchen. Mehr Infos unter: Pilgerhäusl und Haus HohenEichen.

Labyrinth – Bild von Kathrin Feser, Schorndorf

Exerzitien

Schon im 3./4. Jh. haben die Wüstenväter entdeckt, dass es für die Heilung der Seele der Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken bedarf. Sie beobachteten, dass ein einfacher Lebensstil, das Einüben von Genügsamkeit bei den inneren Kämpfen behilflich war. Im 16. Jh. verfasste Ignatius von Loyola entwickelte aus eigenen geistlichen Erfahrungen eine gezielte Anleitung für Übungen (lateinisch: Exerzitien), um sich der Gegenwart Gottes öffnen zu können und zu einer neuen Dimension des Lebens vorzustoßen. Vor wenigen Jahrzehnten erlebte diese spirituelle Praxis eine Renaissance und wird gegenwärtig in ganz verschiedenen Ausprägungen angeboten. Eine hervorragende Adresse dafür ist in unserer Umgebung das Exerzitienhaus HohenEichen mit seinem umfangreichen Exerzitien-Programm

Geistliche Begleitung

Wer sich auf einen inneren Weg zu sich selbst und damit zu Gott einlässt, gerät am Anfang schnell in eine Orientierungslosigkeit. Das Bisherige trägt nicht mehr, aber noch ist auch kein neues Lebensfundament in Sicht. Daher suchen Betroffene oft Rat bei Menschen, die selbst einen geistlichen Weg gegangen sind und daher allzu gut wissen, welche seelischen Nöte sich einstellen können. Doch geistliche Begleitung ist mehr als professionelle Beratung; sie ist mehr ein Wunder. Denn wirkliche geistliche Begleitung vermag einen Raum zu schaffen, in dem Gottes Wirkmächte erfahrbar werden – für Begleitende wie Begleitete gleichermaßen. Geistliche Begleitung bieten alle genannten geistlichen Gemeinschaften an, ebenso das Pilgerhäusl Hirschfelde und die Seelsorger der Pfarrei

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Geistliche Impulse

Drei Jahre lang wurde für die damalige Zittauer Pfarrei Woche für Woche ein geistlicher Impuls auf die Webseite gestellt. Es handelt sich dabei um Gedanken, Anregungen bzw. Übungen für die Praxis christlicher Spiritualität. Da sie zeitlos sind, halten wir sie hier zum Nachlesen bzw. Herunterladen bereit.

© Texte und Fotos: Jeannette Gosteli (sofern nicht anders angegeben)