Advent: Herbergssuche in Löbau

Jedes Jahr zu Beginn des Advents wird vor der Löbauer Kirche eine hölzerne Figurengruppe aufgebaut: Josef und Maria – diese auf einem Esel reitend – sind auf Herbergssuche. Immer von neuem ein berührendes Thema. Die Löbauer Katholiken halten es auch dadurch lebendig, dass ein Foto von besagter Gruppe durch die Gemeinde wandert. Andernorts wird dies auch „Marientragen“ genannt. Wo das Bild Station macht, versammeln sich Leute zu einer kurzen Andacht. Unter Löbauer Diaspora-Verhältnissen kommt da nicht einfach der Nachbar auf einen Sprung um die Ecke gelaufen, sondern man nimmt schon ansehnliche Wege dafür in Kauf, wobei das Bild auch auf die Dörfer der Pfarrei „wandert“. Nach der Andacht wird es gemütlich und selbst, wenn die Heilige Familie seinerzeit auf dem Weg nach Betlehem nicht gefroren haben sollte: Vorsichtshalber wärmen sich die frommen Beter selbst mit mindestens einem Glas Glühwein auf. Übrigens wird die beschriebene Figurengruppe an Weihnachten „umgerüstet“: Das Kind in der Krippe, zwei Schafe und ein Hirte kommen hinzu und der zunächst dominante Esel darf die wohlverdiente Ruhe genießen.